Neuerungen 2018 - MiFID II

  Wichtige Termine  
  Das plant die FFB  

MiFID II-Countdown

Die Umsetzung der Finanzmarkrichtlinie MiFID II in deutsches Recht wird immer konkreter. Viele wichtige Entscheidungen sind getroffen. Die FFB fasst die Meilensteine auf dem Weg zur neuen Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente zusammen.

Bildquelle: istockphoto.com/maxkabakov

Die neue Finanzmarktregulierung bewegt die Branche. Ab 2018 gelten neue Regeln. Doch kaum einer weiß bislang genau, was da eigentlich auf ihn zukommt. Wie auch? Details sind noch offen und es ist unklar, wen die neuen Regeln in welchem Ausmaß treffen werden. In diesen Tagen stellt der deutsche Gesetzgeber die Weichen für die Umsetzung der "Markets in Financial Instruments Directive II" – kurz: MiFID II. Wir haben das zum Anlass genommen, uns die wichtigsten politischen Termine anzuschauen, bevor die neue Richtlinie dann Anfang 2018 in Kraft tritt. Klar ist: Es wird sich einiges ändern. In den kommenden Monaten werden wir das Thema Finanzmarktregulierung deshalb immer wieder aufgreifen – mit Tipps und Hilfestellungen für die unterschiedlichen Geschäftsmodelle. Damit Sie sich mit unserer Unterstützung für MiFID II und Co. rüsten können.

Die wichtigsten Termine im Überblick 

31.03.

Ende März 2017: Im Bundestag fand die abschließende Lesung zur Umsetzung von MiFID II statt

Eine der letzten Hürden zur Umsetzung der MiFID II in deutsches Recht ist genommen. Der Bundestag hat den Entwurf des 2. Finanzmarktnovellierungsgesetzes angenommen. Diese werden für Banken und Vermögensverwalter von Bedeutung sein. Jetzt befasst sich der Bundesrat mit den Gesetzesvorgaben.

31.03.

03. Juli 2017: MiFID II ist in nationales Recht umgesetzt – das gilt zunächst für Wertpapierdienstleistungsunternehmen

Banken und Vermögensverwalter kennen jetzt die genauen Vorgaben des deutschen Gesetzgebers, die sich aus dem neuen Wertpapierhandelsgesetz und der neuen Wertpapierdienstleistungs-Verhaltens- und Organisationsverordnung ergeben. Finanzanlagenvermittler warten ggf. weiter darauf, welche Änderungen sich in der Gewerbeordnung (GewO) und/oder der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) ergeben. Auch diese Gesetze werden sich an der MiFID II orientieren. Wie sie aussehen werden, ist allerdings noch unklar.

31.03.

03. Januar 2018: Anwendungsstichtag für MiFID II – ab sofort gelten die neuen Regeln

Die deutschen Gesetze zur Umsetzung der MiFID II treten laut Plan in Kraft.

MiFID II ist schon lange in Planung – aber immer noch nicht in Kraft

Die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) regelt Wertpapierhandel und Anlegerschutz und gilt bereits seit 2004. MiFID II ist eine große Reform, die Anfang 2018 in Kraft treten soll. Eigentlich sollte MiFID II schon Anfang 2017 wirksam werden, wurde dann aber auf Januar 2018 verschoben.

Eigentlich gilt MiFID II für viele Marktteilnehmer gar nicht - aber indirekt schon

MiFID II gilt erst einmal nur für Wertpapierdienstleistungsunternehmen z.B. Banken und Vermögensverwalter. Doch Geschäftsmodelle nach § 34h/f GewO sind in Deutschland wahrscheinlich ebenfalls betroffen. Auch wenn sie nicht unter die Aufsicht der BaFin fallen. Die Bundesregierung wird die Finananlagenvermittler nach der Gewerbeordnung "äquivalent" — sprich im Sinne von MiFID II — regulieren. Was das genau heißt, weiß bisher noch niemand.

Die FFB muss sich als Bank an die MiFID II Vorgaben halten und arbeitet bereits auf Hochtouren an den einzelnen Themen. Und obwohl der Gesetzgeber voraussichtlich erst Anfang Juli 2017 die finalen Anforderungen bekannt geben wird, haben wir bereits erste wichtige Punkte zur Umsetzung erarbeitet.

Welche Bereiche der Finanzmarktregulierung betreffen wen? Was gilt für welches Geschäftsmodell? Und wie kann die FFB ihre Partner unterstützen? In den kommenden Monaten greifen wir genau diese Themen für Sie auf.

Anlageberatung und Anlagevermittlung

Schon heute unterstützen wir Finanzanlagenvermittler. Sie sprechen mit Ihren Kunden über ihre Geldanlage – wir stellen Ihnen Musterverträge für die Anlageberatung und Anlagevermittlung bereit. Diese überarbeiten wir rechtlich und passen sie an die Anforderungen der MiFID II bzw. der deutschen Gesetzgebung an. Wie gewohnt werden Sie diese online im Formularshop finden.

Und bei der Folgeberatung? Die FFB bietet bereits heute das sogenannte Folgeberatungsprotokoll im FFB Frontend an. Dieser Service wird an die neuen Anforderungen angepasst und weiterhin unter der neuen Bezeichnung "Geeignetheitserklärung" angeboten.

Verlustschwellenreporting

Sie haben eine Vollmacht für die Finanzportfolioverwaltung? Dann ist unter MiFID II das Verlustschwellenreporting zwingend vorgeschrieben.

Neben dem Depotreport für all unsere Vertriebspartner, bietet die FFB für Vermögensverwalter schon heute Funktionen wie Benchmark und Verlustschwellen an. Diese können für die Informationspflichten verwendet werden. Diese Services werden wir an die MiFID II Anforderungen anpassen.

Das heißt, dass wir Sie, wie bisher auch, bei der Erfüllung Ihrer aufsichtsrechtlichen Pflichten unterstützen. Sie nutzen das FFB Modellportfolio Tool? Dann übernehmen wir das ab 2018 geforderte Verlustschwellenreporting in Ihrem Namen, wenn sie das möchten. 

Kostentransparenz – was sieht der Kunde wann?

Hier gibt es eine gute Nachricht: Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass der Kunde vor der Transaktion mit einer Modellrechnung über die Kosten informiert werden kann.
Für diese sogenannte ex-ante Kostenoffenlegung entwickeln wir eine standardisierte Musterdarstellung von Kosten und Nebenkosten im Rahmen einer Wertpapiertransaktion.

Wie gehen wir vor:

  • Kundeninformation vor Inkrafttreten von MiFID II: Bestandskunden erhalten die Muster im Rahmen der Kundeninformation zu den AGB Änderungen aufgrund von MiFID II. Die Muster werden jährlich überprüft und im Frontend bereitgestellt.
  • Depoteröffnung: Neukunden erhalten die Muster ab Januar 2018 im Rahmen der Depoteröffnung. Diese werden Bestandteil des Antrags sein.
  • Auftragserfassung online: Kunden erhalten die standardisierten Muster für die Kostenoffenlegung im Rahmen der Ordererfassung.

Stand: 01.06.2017 Alle hier bereitgestellten Informationen dienen lediglich Informationszwecken sowie dem Zweck der Meinungsbildung. Die FFB übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit, Aktualität, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Alle geäußerten Meinungen sind, falls keine anderen Quellen genannt werden, die der FFB. Die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen und Sichtweisen beziehen sich auf den Tag der Erstellung und können sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Bitte beachten Sie, dass diese Ansichten daher nicht länger aktuell sein können und die FFB daraufhin bereits reagiert haben kann. Informationen aus externen Quellen werden hinsichtlich ihrer Richtigkeit oder Vollständigkeit von der FFB nicht garantiert. Ebenso haftet die FFB nicht für entstandene Verluste aus der Verwendung der Informationen. Diese Information darf ohne vorherige Erlaubnis weder weiterverbreitet noch reproduziert werden. Herausgeber: FIL Fondsbank GmbH, Postfach 11 06 63, 60041 Frankfurt am Main.